Donnerstag, 17. Januar 2019:

Josua fiel auf sein Angesicht zur Erde nieder, betete an und sprach: Was sagt mein Herr seinem Knecht?
Josua 5,14

Selig sind eure Augen, dass sie sehen, und eure Ohren, dass sie hören.
Matthäus 13,16

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Liebe Leser,

mein Navi im Auto brauche ich gar nicht mehr einzuschalten. Es ist nicht auf dem neuesten Stand. Es führt mich irgendwo hin. Ich kann mich nicht darauf verlassen. Es ist nicht mit dem aktuellen "Update" geladen. Es ist irreführend. Ich beachte es nicht mehr. Es ist nutzlos geworden.
Die Heiligen Drei Könige aus der Weihnachtsgeschichte hatten als Navi den Stern ihrer Forschung. Dieser Stern sollte sie zum Kind führen. Erst die Neuorientierung an der Bibel führte sie weg vom falschen Ziel. Weg vom selbstverliebten König Herodes in Jerusalem, hin ins kleine, arme Bethlehem. Dort über dem Stall sahen sie ihren Stern. "Als sie den Stern sahen, waren sie überglücklich". (Matthäus 2,10) Sie waren überglücklich. Es hatte sich gelohnt. Sie waren am Ziel. Hier würden sie anbeten und den neuen König feiern.
Weihnachten gibt unserem Leben ein Update zum Glück. Weihnachten, die Geburt von Jesus Christus in einem Stall in dunkler Nacht wird unsere Orientierung neu ausrichten. Wir entdecken das Kind und in ihm Gott selbst. Jetzt weiß ich wieder, wofür es sich lohnt zu forschen, zu leben, zu schaffen und sich zu mühen.
Jetzt wird mein Leben wieder ausgerichtet auf Gott selbst. Und alles Irren und Verlaufen hat ein Ende. Nein, ich muss nicht mehr ganz besonders Weihnachten feiern, mit exklusiven Geschenken, mit der größtmöglichen Ruhe oder der innigsten Andacht. Nein, Jesus wird in meiner Welt geboren, und das richtet mich aus auf Gott. Ich bin am Ziel. Ich verliere dies nicht mehr aus den Augen. In allem Trubel, in aller Glanz und Glimmer-Welt: Ich bin beim Friedenskönig, dem Messias angekommen. Das ist Glück. Das ist das Finderglück, weil Gott uns zu Weihnachten findet. Und jedes Jahr, wenn wir Jesu Geburt feiern, dann werden wir innerlich neu orientiert: Ja ich wollte bewusster und dankbarer leben, ja ich wollte die Armut der Welt nicht mehr ausblenden, ja ich will barmherzig und gütig sein, ja ich will Freude über Gott in mir spüren… Aber ohne Update wird es Krampf. Ohne Orientierung verlaufe und verirre ich mich. Darum: Als sie den Stern sahen, waren sie überglücklich.
So erwarte ich von Gott, dass er mich und uns alle neu ausrichtet und wieder auf den aktuellen Stand der inneren Orientierung bringt. Auch dieses Jahr zu Weihnachten. Auch dieses Jahr, wenn wir die Freude spüren in Liedern und festlichen Zusammenkünften. Es genügt, wenn wir seinen Stern sehen. Unser Glück liegt in ihm. Bei ihm sind wir willkommen, dass mit ihm unser Leben gelingt. Mit der Geburt Jesu beginnt unser Glück. Daran richten wir uns aus. Jedes Jahr neu, aktuell. Kriegsweihnacht, Friedensweihnacht, Wendeweihnacht und Wohlstandsweihnacht, IT-Weihnacht oder Alpen-Weihnacht, all das zeigt an, wie unsere Welt sich verändert. Aber der Stern bleibt. Christus ist geboren.
"Als sie den Stern sahen, waren sie überglücklich."
Lasst uns diese Ausrichtung auch dieses Jahr wieder erwarten und erfahren. Es ist das Update zum Glück.

Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit, sowie ein vom HERRN begleitetes neues Jahr wünscht Ihnen
Ihr Pfarrer Andreas Gräßer