Montag, 19. Februar 2018:

Gefällt es euch nicht, dem HERRN zu dienen, so wählt euch heute, wem ihr dienen wollt. Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen.
Josua 24,15

Dafür halte uns jedermann: für Diener Christi und Haushalter über Gottes Geheimnisse.
1.Korinther 4,1

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Liebe Gemeinde,

als im November Kirchenchor, Jugendchor und Singschule in der Stadtgalerie beim "Tag der Chöre" mitwirkten, wussten wir im Vorfeld, wie schwer es werden würde, hatten uns aber bewusst für diesen Auftritt entschieden, um unsere Botschaft und Musik nicht nur in den eigenen Räumen erklingen zu lassen. Schwierig war es, gegen die permanente Geräuschkulisse eines Einkaufszentrums anzusingen, Zuhörer erzählten später, dass besonders störend noch die Musik aus den Läden dazu kam. Ja, wir sind ständig von Musik umgeben, egal ob beim Einkaufen, im Restaurant, selbst auf manchen Toiletten. So haben wir uns daran gewöhnt, Musik nur noch als Hintergrund, aber nicht mehr zum Zuhören, Aufhorchen wahrzunehmen. Das beobachte ich seit geraumer Zeit selbst im Theater (solange nichts auf der Bühne passiert, wird geschwatzt) und leider auch in Kirchen. So wie eine Ouvertüre vor einer Oper auf diese einstimmen will, bereits spätere musikalische Motive aufnimmt, möchte ein Vorspiel auf den Gottesdienst, auf das Hören einstimmen. Die Chöre singen oft schon von dem, was in den Lesungen und der Predigt das Thema ist und auch Instrumentalmusik oder "nur" Orgel wollen Sie bereits in die Stimmung des Gottesdienstes mit hineinnehmen. Auch die Musik oder auch die Stille zum Abendmahl möchten keine "Unterhaltungsmusik" sein, sondern zur Konzentration auf das Empfangen von Brot und Wein oder zum Gebet führen. Deshalb meine Bitte: Gönnen Sie den ausführenden, zumeist Laienmusikern Ihre Aufmerksamkeit und damit Wertschätzung für viele in ihrer Freizeit erbrachte Übstunden und gönnen Sie sich selbst und Ihren Nachbarn in der Gemeinde in dieser lauten Zeit Stille und ruhiges Ankommen im Gottesdienst.
Das wünscht sich und Ihnen Ihre Kantorin
Susanne Häußler

Zur Jahreslosung 2018

Liebe Leser,

mit Wasser kann man Geld verdienen. Nein, ich meine nicht nur die vogtländischen Mineralwasserbetriebe, die ihr gutes Wasser gekonnt vermarkten. Vielmehr wird Wasser weltweit zur Mangelware und viele Menschen leiden unter echtem Durst nach Wasser. Und sie müssen viel und teuer bezahlen, um Wasser in guter Qualität zu bekommen. In einigen Gegenden wird Wasser rationiert, oder es ist gänzlich versiegt. Da hilft nur noch die Flucht! Durst ist eine Regung, die gestillt werden muss. Oder der Mensch ver-durstet. Das ist sehr schmerzhaft und leidvoll. Darum lasst uns dieses Jahr aufmerksam werden, damit wir nicht nur geistlich über Wasser reden, sondern auch Menschen helfen, die weltweit tatsächlich unter Wassermangel leiden… Jesus Christus hat dies im Blick und weiß, wie es sich anfühlt Durst zu haben. Und er weiß auch, dass wir mit Durst die Sehnsucht nach Leben beschreiben können. Wir haben gutes und bestes Leitungswasser und kennen trotzdem Durst. Wir Menschen sind mit dem Geheimnis ausgestattet, Sehnsucht zu haben. Sehnsucht nach Liebe, nach Anerkennung, nach Erfüllung, nach Veränderung und Erlebnis. Diese Sehnsucht kann wie ein ungestillter Durst brennen. Der Mensch weiß nicht immer, was seinen Durst stillen kann und probiert alles Mögliche und Unmögliche aus. Gott lädt ein, an die wahre Quelle zu kommen. Doch wir verwechseln ihn dann und suchen Ersatzwässerchen, also das falsche Wasser, ("Whisky" heißt ja auch Wasser auf gälisch), die falschen Orte und Stationen für unsere Lebenssehnsucht. Der Psychologe Werner Gross sagte: "Hinter jeder Sucht steckt eine Sehnsucht". Und viele bezahlen sehr teuer dafür mit Geld, mit ihrer Gesundheit oder Zerbruch. Dr. Paul Murdoch schreibt:"Wir leben in einer Zeit, in der Echtes gegen Unechtes ausgetauscht wird. Es fing mit Kaffeeersatz an, machte weiter mit künstlichen Geschmacks,-Aroma und Süßstoffen, mit Kunstseide, Lederimitat, Seidenblumen und der ganzen Palette der Kunststoffe. Heute sind wir bei künstlicher Intelligenz, virtueller Realität und bei Robotern als Sexpuppen gelandet. Der Mensch tauscht oft das Echte gegen das Unechte ein, nur damit die Sehnsucht gestillt wird. Das Unechte wird zwar dem Echten "täuschend ähnlich" sein, aber der Mensch kann nur "enttäuscht" werden. Erfüllung gibt es da nicht. Wir erfahren den Betrug und die Enttäuschung. So geben wir unsere Würde und Berufung als Ebenbild Gottes, als Original auf. Wir "ziehen uns Dinge rein", die uns nicht guttun". Wir stopfen uns und unsere Wohnung mit Dingen voll, die schädlich sind und sogar das reine Quellwasser verschmutzen. Eine tragische Sehnsuchtsgeschichte - bis hin zu den Problemen, die dann die Umweltpolitik lösen soll. Dabei bietet Jesus Christus an: Ich gebe euch von der Quelle lebendigen Wassers. Liebe Leser, wir alle lieben das Echte und das Unverfälschte. Ich freue mich an kristallklaren Quellen, ich weiß wie gut es tut, wenn ich durstig aus einer frischen Quelle trinken kann. Lebendiges, fließendes Wasser ist eben kein abgestandenes, trübes und totes Wasser. Das will ich nehmen und trinken. Nicht aus Pfützen oder Kanälen trinken und dort die Sehnsucht stillen. Und Jesus gibt uns diese Erfüllung gratis. Umsonst. Also ohne Gegenleistung. Ich muss mir nicht das Leben bei Gott verdienen, ich darf es geschenkt annehmen. Gratis. Wirklich ohne Kleingedrucktes und ohne Hintergedanken. Die ungestillte Sehnsucht wird bei Gott gestillt. Denn unsere Sehnsucht ist in der Tiefe immer die Sehnsucht nach Gott, unserem Ursprung und Schöpfer. Er ist unser Ziel in Ewigkeit. Darum lesen wir diese Einladung auch im Zusammenhang mit der Ermahnung: nicht das Vertrauen zu Gott aufzugeben. Sondern bis zum Ende der Zeit bei ihm die Erfüllung zu suchen. Im Jahr 2018 wollen wir einladen, zu dieser Quelle zu kommen. Ich wünsche mir, dass wir als Luthergemeinde entdecken: Gott stillt unseren Lebensdurst. Und ich wünsche mir dass wir tatsächlich frisches, lebendiges Quellwasser erfahren und nicht totgeredete Worte, nicht angestrengte Stimmungen und künstliche Frömmigkeit. Lasst uns darum bitten, dass jeder, der mit Durst kommt, vom lebendigen Wasser nehmen kann und trinkt und erfährt: Gott stillt die Sehnsucht. Bei ihm ist das Lebenswasser. Und lasst uns dem" Echten" mehr Raum geben. Echte Begegnungen, echte Erfahrungen und echte Freude….


So ist die Jahreslosung ein gutes und wegweisendes Wort durch das ganze Jahr hindurch.
Herzlich Ihr Pfarrer Andreas Gräßer