Freitag, 20. Juli 2018:

Ich will sie durchs Feuer gehen lassen und läutern, wie man Silber läutert, und prüfen, wie man Gold prüft. Dann werden sie meinen Namen anrufen, und ich will sie erhören.
Sacharja 13,9

Paulus schreibt: Wir rühmen uns der Bedrängnisse, weil wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt, Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung.
Römer 5,3-4

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Angemerkt

Krankenhäuser werden oft auch Hospitäler genannt, und jene, die dort Menschen pflegen sprechen wir mit Schwester an. Ein kleiner Hinweis darauf, woher eigentlich die Bereitschaft kommt, sich um den anderen, eigentlich Fremden, zu kümmern. Die Gastfreundschaft ist tief mit unserem Glauben verbunden. Die ersten Herbergen und späteren Hotels waren Pilgerunterkünfte der Christen für solche, die auf weiten Wegen waren. Wir haben uns daran gewöhnt. Aber wir werden immer neu daran erinnert Gastfreundschaft zu leben. Christen erkennt man nicht nur an ihren Gottesdiensten, an ihren schönen Kirchen etc., sondern auch von Anfang an daran, dass sie Gastfreundschaft üben. So manches Haus, so mancher Kaffeetisch oder auch das stillgelegte Jugendzimmer des schon lange ausgezogenen Nachwuchses wurde unbemerkt zu einem "Hotel Engel". Für den Monat Juni gilt das Wort: "Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt." (Hebr. 13,9) Ich bin sehr dankbar, dass wir als Gemeinde immer wieder in Bewegung sind, dies auch zu leben: Zum einen sind da die Christen aus Eritrea, die regelmäßig in unserer Kirche das Gastrecht zum orthodoxen Gottesdienst eingeräumt bekommen. Hier finden sie Heimat und einen Raum, der sie im Glauben sammelt und mitten in der Fremde zur Ruhe vor Gott kommen lässt. Oder die Familien, die mit Geflüchteten Deutsch lernen, mit Ihnen zum Arzt gehen oder einfach singen, beten und Tee trinken. So wird Gastfreundschaft geübt. Oder die Bereitschaft, eine Lesung im Gottesdienst in einer fremden Sprache zu hören, weil viele kommen, die noch nicht deutsch verstehen und doch den Glauben an Jesus Christus angenommen haben. Oder die Offenheit, eine in Plauen angekommene Japanerin herzlich und mit Großmut in die Gemeinschaft des Kirchenchores aufzunehmen. Oder die konsequente Hilfe und Liebe, eine aus unserer Gemeinde abgeschobene junge Frau in der deutschen lutherischen Kirche in Mailand aufzunehmen, um ihr dort Orientierung und Sicherheit zu geben. Darum,- wir bleiben dabei Gastfreundschaft zu leben. Fremden mit Offenheit zu begegnen, auch wenn es wieder einmal aus der Mode gekommen ist. Nein, wir sind nicht "blauäugig" sondern mutig in der Nachfolge Jesu. Und so, wie wir es nicht wissen, ob wir "Engel beherbergen", so müssen wir auch nicht immer wissen, ob wir ausgenutzt werden. Wir gehorchen unserem Herrn. Und wir singen es nicht nur, sondern handeln: "Seid fröhlich in der Hoffnung, beharrlich im Gebet, standhaft in aller Bedrängnis. Macht einander Mut, ladet gerne Gäste ein. Zeigt es allen, dass Jesus sie liebt." (Singt von Hoffnung, Nr. 69. Text und Melodie: D. Strauch)
….meint Ihr Pfarrer Andreas Gräßer